Veranstaltungen bis Sommer 2016
Bilderverbot - Bilderreichtum
Jüdische Malerei in Antike, Mittelalter und bis ins 20. Jahrhundert
Marie-Therese Scheffczyk, M.A. Dozentin für Kunstgeschichte, Kunstkritikerin, Unteruhldingen
| Termin: | Montag, 15. März 2010 |
| Uhrzeit: | 20.00 Uhr |
| Ort: | Haus Zum Komitee, Remisenkeller, Frauenfelderstrasse 16 c, Weinfelden |
| Kosten: | 10.-- |
Unmissverständlich steht im zweiten Buch Mose: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist.“ Dennoch gibt es in der jüdischen Malerei nachweisbar schon seit dem dritten Jahrhundert nach Christus Darstellungen alttestamentarischer Szenen; und bildhafte Darstellungen lassen sich in der religiösen jüdischen Kunst bis hinein ins 20. Jahrhundert verfolgen - bekanntestes Beispiel Marc Chagall. Der fundamentale Widerspruch zwischen biblischer Forderung und tatsächlicher künstlerischer Gestaltung, der da zutage tritt, ihn haben jüdische Rabbiner schon früh überzeugend zu entschärfen gewusst und haben so das Entstehen einer reichen figürlichen Bilderwelt ermöglicht.